11. Februar 2010 – 11:56
Eine der wichtigsten Entscheidungen zu Beginn der Selbständigkeit/Gründung ist der Firmenname/Projektname. Ich beschränke mich hier im Post zunächst einmal auf den Projektnamen.
Wie finde ich einen guten Namen? Und nach welchen Kriterien sollte man den Namen beurteilen? Heute Abend, 18 Uhr, werde ich mich bei einem eigenen Projekt für einen Namen entscheiden. Momentan befinde ich mich in der Entscheidungsphase und in der Verhandlung mit einigen .com-Domaininhabern bzgl. Preis. In die Bewertung lasse ich momentan diverse Kriterien einfließen.

Falls Ihr auch noch vor habt zu gründen und keine 100.000,- EUR für eine Namensfindungagentur ausgeben wollt, dann könnt ihr das auch eigenständig anhand euren Kriterien versuchen. Anbei möchte ich euch meine veröffentlichen:
Must-Have-Kriterium:
- Domain sollte frei bzw. kaufbar sein (i.d.r. zumindest die .com & Länderdomains) für die Recherche hierfür empfehle ich quixt.de – Hier spart man eine menge Zeit, da man sofort eine gute Übersicht erhält.
- Patentierbarkeit beim DPMA (nicht nur als Wort-&Bildmarke sondern rein als Wortmarke) d.h. der Entscheider muss das Gefühl haben, dass die Marke bzgl. der Tätigkeit nicht beschreibbar ist, obwohl sie es im Idealfall schon ist.
- Der Name sollte kurz sein. Je kürzer, desto weniger Fehler kann man bei der URL-Eingabe machen. Bereits hier fängt der CVR-Verlust an, und das wird von Google-Analytics nicht berücksichtigt. Wenn du eine 4-Stellige oder 5-Stellige .com URL findest, dann ist das schon sehr sehr gut.
- Lesbarkeit sollte smooth sein. d.h. die Aussprache der Marke sollte angenehm sein. Das erreicht man indem mal viele Vokale (a,e,i,o,u) benutzt. Gutes Beispiel ist z.B. die Brand Google, eBay, amiando etc. wie man erkennt ca. 50% aus Vokalen…
Nice-2-Have-Kriterium:
- Nutzbar als VERB: Wenn man den Namen auch als Verb benutzen kann, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass über die Marke gesprochen wird höher. Man forciert bzw. unterstützt quasi das WOM-Marketing. Gutes Beispiel dafür ist Twitter mit dem Verb: “twittern”
- Bedeutung: Wenn man es schafft eine Bedeutung in den Namen einzubauen, so kann sich der potentielle Kunde/Nutzerdie Marke einfacher merken! Auch hier liegen die Vorteile auf der Hand. Natürlich “könnte” das Konflikte mit der o.g. Patentierbarkeit geben, aber genau hier liegt die Kunst! guenstiger.de hat das z.B. sehr sexy gelöst. ggü. dem Patentamt ist das die Vorsilbe “guens” und dann ihre Fabelfigur “Tiger”. Und was hat ein Tiger bitte schön mit einem Preisvergleichsportal zu tun?
- keine Sonderzeichen: Sonderzeichen würde ich gererell weglassen. Zumal gibt`s Konflikte mit der URL…
- SEO-Kriterien: Wenn ihr euch eine bestehende URL kauft, dann achtet darauf welchen PR die URL hat, welchen Alexa-Wert, wieviele InBound-Links auf die URL zeigt. Das kann euch u.a. 2-3 Jahre SEO-Arbeit ersparen.
- Marketing-Kriterien: Schaut mal im Google-Keyword-Tool nach dem Suchvolumen nach. Wenn man hier nen Glückstreffer (hohes Suchvolumen) hat, ist das auch schon sehr genial. I.d.R. kann man diesen Punkt streichen, da in der Szene diese URLs schon alle registriert wurden.
- SMO-Kriterien: Ist der Name auf Facebook/Twitter + Co. noch frei? Falls man SMO machen will ist es auch hilfreich wenn der Name nicht schon vergeben ist.
Es gibt zwar noch weitere Kriterien, aber imho genügen diese Kriterien schon, um eine SEHR gute Entscheidung zu treffen. Du wirst sehen, dass das gar nicht so einfach ist. Umso mehr hoffe ich, dass ich Dir vielleicht etwas helfen konnte.
Grüße, Sian.
ps: also jetzt ran an die Long-Liste und Ideen sammeln was alles in Frage kommen könnte. Falls ihr hierfür support benötigt, dann könnt ihr ja ein “Namensfindungsprojekt” auf 12designer einstellen.